Mein persönlicher Mutausbruch.

Bildcredit: Aaron Leithäuser

Hier gelangt Ihr zum Artikel.

Vor drei Jahren musste ich die Insolvenz meines Unternehmens anmelden. Ich hatte über viele Jahre mit EMOTION und unserem Verlag etwas aufgebaut, an das ich von ganzem Herzen geglaubt habe. Und plötzlich war alles anders.

Nach meiner Auszeit in diesem Sommer habe ich gespürt, dass ich offen darüber sprechen möchte. Vor einigen Wochen hatte ich dann ein Gespräch mit Götz Hamann von der DIE ZEIT - über den Moment, in dem ich wusste, dass wir es nicht mehr schaffen würden. Über meine Fehler, die finanziellen Verluste, die Verantwortung gegenüber Menschen, die an mich geglaubt haben. Und darüber, wie schwer es ist, etwas loszulassen, das so sehr Teil der eigenen Identität geworden ist.

Es war kein leichtes Gespräch, da es mich sofort an den Moment vor drei Jahren zurückgebracht hat. Aber es war doch auch ein befreiendes Gespräch. Denn ich möchte nicht nur immer über Mut und Neuanfang sprechen, sondern auch zeigen, dass Scheitern zum Unternehmertum gehört. Und dass ich natürlich auch Fehler gemacht habe. Ich habe an Projekten festgehalten, obwohl die Zahlen dagegen sprachen. Musste lernen, dass Empathie in der Führung wichtig ist, aber niemals die notwendige Klarheit ersetzen darf. Uvm.
Aber wenn wir etwas wagen, machen wir auch Fehler. Wichtig ist, zu ihnen zu stehen und daraus zu lernen. Und dann auch wieder mutig nach vorne schauen können.

Ich habe in diesen drei Jahren viel verloren. Aber auch unglaublich viel über mich gelernt.
Und vor allem habe ich endlich wieder meine Lust zurückgewonnen, wieder Neues zu gestalten, Menschen zu verbinden und etwas zu bewegen. Dazu war ein vollständiges Loslassen nötig.

Und das ist auch eine sehr wichtige Erkenntnis: Solange wir innerlich noch an dem festhalten, was einmal war, fehlt uns oft die Freiheit, uns wirklich auf etwas Neues einzulassen. Das bedeutet nicht, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, als wäre sie nichts wert gewesen. Im Gegenteil. Ich bin stolz auf das, was wir mit unserem tollen Team, geschaffen haben. Auf die Menschen, die wir erreicht, die Frauen, die wir sichtbar gemacht, und die Themen, die wir vorangebracht haben.

Und ich starte nicht bei Null, sondern mit fast 25 Jahren Erfahrung und einer neuen Freiheit. Dazu weiß ich, dass ich nicht mehr die Powerfrau sein muss, die immer alles schafft. Sondern dass es allein darauf ankommt, meinen eigenen Weg zu gehen, mit allem, was dazugehört.

Das ist mein persönlicher Mutausbruch.

Weiter
Weiter

“Weil Chancen wichtig sind”